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Eine Quellenliste kann vollständig aussehen, obwohl die Evidenz dahinter es nicht ist. Zwei Dateien können denselben Titel tragen und dennoch ein Working Paper und einen veröffentlichten Artikel darstellen. Ein DOI kann auflösen, während die lokale PDF eine andere Version ist. Eine Webaufnahme kann vorhanden sein, während die relevante Tabelle außerhalb ihrer gespeicherten Textebene liegt.
Quellenprüfung ist die Kette von einer Zitation zu Identität, Version, gehaltenem Dokument, Evidenz-Locator und zulässiger Verwendung der Arbeit. Sie ist ein Reproduzierbarkeitskontrollpunkt, keine Garantie für Wahrheit.
Der Beitrag zum begründbaren Evidenzreview besitzt die Entscheidung, wann Evidenz nicht stark genug ist. Der Beitrag zur Evidenzprüfung besitzt den Test zwischen Satz und Quelle. Diese Seite besitzt den Datensatz, der zeigt, welche Quelle und Version tatsächlich verwendet wurden.
Was bedeutet Quellenprüfung?
Behandeln Sie jeden Schritt als eigenes Ereignis:
| Schritt | Frage | Nachweis des Abschlusses |
|---|---|---|
| Auffindung | Wo erschien die Arbeit oder Seite zuerst? | Such- oder Kataloghinweis mit Datum |
| Abruf | Konnte das beabsichtigte Objekt rechtmäßig erhalten werden? | URL, DOI, Repository-Pfad oder Aufnahmerecord |
| Identität | Sind Autor, Titel, Datum und Arbeit die beabsichtigten? | Bibliografische Felder und Kennung |
| Version | Ist sie veröffentlicht, akzeptiert, Working Paper, korrigiert oder aufgenommen? | Versionsangabe und Publikationsnachweis |
| Beleg | Halten wir das vollständige Objekt in dieser Version? | Lokale Datei, Hash und Registerzeile |
| Evidenz | Welche Passage, Tabelle oder welches Ergebnis trägt die Aussage? | Locator und begrenzter Extrakt |
| Prüfung | Können Identität, Zugang oder Status sich ändern? | Prüftermin und Ergebnis |
Tabelle 1Was bedeutet Quellenprüfung?
Quelle: Tabelle aus diesem Essay. Quellen und Einordnung stehen im Beitrag.
Das Wort Version trägt echte Bedeutung. Eine Version of Record ist eine benannte Publikationsversion, nicht einfach „eine PDF“. Ein akzeptiertes Manuskript kann nützlich sein und trotzdem vom veröffentlichten Text abweichen. Eine Webaufnahme kann eine Seite bewahren und braucht dennoch Datum und Inhaltsprüfung.
Beweist ein DOI die Aussage der Quelle?
Nein. Ein DOI ist ein wichtiger Identitätsnachweis. Er beweist nicht, dass die Datei daneben die zitierte Version ist, dass Seitenangaben stimmen, dass ein Ergebnis in der Arbeit erscheint oder dass die Quelle den geschriebenen Satz stützt. Das sind getrennte Prüfungen.
Greenbergs Untersuchung eines biomedizinischen Zitationsnetzwerks zeigt, warum diese Trennung wichtig ist. In diesem begrenzten Netzwerk dokumentiert er Zitationsbias, Verstärkung und Erfindung, darunter die Umwandlung einer Hypothese in eine als Tatsache präsentierte Aussage allein durch Zitation (Greenberg, 2009). Das ist keine allgemeine Fehlerquote. Es ist ein Grund, Quellenobjekt und Aussageobjekt getrennt zu halten.
Wie sieht ein Prüfregister aus?
Die folgenden Zeilen sind synthetisch. Sie zeigen Quellenzustände, keine Rangliste und keine private Bibliografie.
| ID | Zitation und Identität | Version und Beleg | Text und Locator | Aussagenstatus | Prüfung oder Entscheidung |
|---|---|---|---|---|---|
| S-01 | Artikel, Autoren, Jahr und DOI stimmen | Publizierte Version gehalten; Hash erfasst | Volltext; Ergebnisteil lokalisiert | Für begrenztes Ergebnis geprüft | Prüfung 2027-03-01 |
| S-02 | Titel stimmt; Autorenliste unvollständig | Akzeptiertes Manuskript gehalten | Methodentext lokalisiert; Publikationsseiten abweichend | Nur als akzeptierte Version verwenden | Version of Record suchen |
| S-03 | DOI löst zum beabsichtigten Artikel auf | Lokale Datei ist Working Paper | Nur Abstract; Ergebnis nicht geprüft | Identität geprüft; Aussage offen | Keine tragende Zitation |
| S-04 | Seitentitel und Abrufdatum stimmen | Webaufnahme gehalten; Seite später geändert | Relevanter Absatz bewahrt | Für datierte Seitenaussage geprüft | Bei Wiederverwendung prüfen |
| S-05 | Zitation verweist auf zurückgezogene Arbeit | Rückzugsmitteilung gehalten | Ursprüngliches Ergebnis lokalisiert | Für neue Aussage blockiert | Rückzug protokollieren |
| S-06 | PDF öffnet, aber Textebene ist leer | Dokument als Seitenbilder erhalten | Locator braucht Bildprüfung | Textprüfung unvollständig | Seitenbild vor Nutzung prüfen |
Abbildung 1Das synthetische Quellenprüfregister
Die Zeilen sind illustrativ. Identität, Version, Beleg, Text, Locator, Aussagenstatus und Prüfung sind getrennte Zustände.
Quelle: Synthetisches Register des Autors auf Grundlage der lokalen Belegprüfung und Greenberg (2009); alle Zeilen und Daten sind illustrativ.
S-03 ist die häufigste Falle: Die Identität kann stimmen, während die Aussage offen bleibt. S-05 zeigt, dass eine echte Publikation für eine neue Nutzung blockiert sein kann. S-06 zeigt, warum die Existenz einer Datei kein Beleg dafür ist, dass ihr Text geprüft wurde.
Welche Prüfungsfehler brauchen unterschiedliche Reaktionen?
- Identitätsfehler: beabsichtigte Arbeit klären, bevor Aussagen extrahiert werden.
- Versionsfehler: gehaltene Version benennen und nicht still eine andere zitieren.
- Belegfehler: Quelle als
part-onlyodernonemarkieren; Abstract nicht hochstufen. - Locator-Fehler: Passage, Tabelle oder Seite vor einer tragenden Aussage lokalisieren.
- Statusfehler: Rückzug, Korrektur und Ersetzung vor Wiederverwendung prüfen.
- Textebenenfehler: Seitenbild prüfen oder nutzbare Textebene beschaffen; ein fehlgeschlagenes Grep ist kein Widerspruch der Quelle.
Die Reaktion lautet nicht immer „andere Zitation finden“. Manchmal muss die Aussage enger werden, die Quelle nur als Provenienz erhalten bleiben oder die Frage offen dokumentiert werden.
Wie prüft ein Team eine Quelle vor der Veröffentlichung?
- Beabsichtigte Zitation und exakte Version im Quellenregister notieren.
- Identität über DOI, URL, Repository oder Publikationsnachweis auflösen.
- Gehaltenes Dokument bewahren und Abrufdatum sowie, wenn möglich, Hash erfassen.
- Prüfen, dass gehaltene und im Artikel benannte Version übereinstimmen.
- Relevante Passage extrahieren und Seiten-, Abschnitts-, Tabellen- oder Datums-Locator festhalten.
- Claim-Entailment für den Satz durchführen, der die Quelle zitiert.
- Rückzug, Korrektur, Zugang und Textintegrität vor dem Release-Gate prüfen.
Der Status sollte ausdrücklich lauten: für diese Aussage geprüft, nur Identität geprüft, unvollständig, ersetzt, blockiert oder nicht gehalten. Quellenprüfung macht eine Zitation reproduzierbar. Sie macht keine Aussage wahr, kein Modell kausal und keine Literaturrecherche vollständig.
Referenzen
- Greenberg, S. A. (2009). How citation distortions create unfounded authority: analysis of a citation network. BMJ, 339, b2680. https://doi.org/10.1136/bmj.b2680