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6. Diagnostischer Audit-Leitfaden für Führungskräfte
| Prüfdimension | Diagnostische Leitfrage | Bewertungsskala (1 bis 5) | Kritisches Warnsignal |
|---|---|---|---|
| 1. Vorab-Registrierung | Werden Hypothese, OEC und geplante Stichprobengröße vor dem Start schriftlich dokumentiert? | 1: Keine Dokumentation. 5: Feste Registrierungsvorlage für jeden Testlauf. | Teams wechseln die primäre Zielmetrik nach Ansicht vorläufiger Daten. |
| 2. Power-Planung | Wird jeder Test vorab auf mindestens 80 % Power für einen realistischen MDE dimensioniert? | 1: Willkürliche Laufzeiten. 5: Automatisierte Stichprobenberechnung nach Varianz. | Tests auf schwach besuchten Seiten, die zwei Jahre für ein Ergebnis bräuchten. |
| 3. Laufzeit-Disziplin | Laufen Experimente über die volle geplante Stichprobengröße und ganze Wochenzyklen? | 1: Tägliches Peeking. 5: Strikte Einhaltung fester Horizonte oder sequentieller Tests. | Vorzeitiger Testabbruch am ersten Tag, an dem das Dashboard grün wird. |
| 4. SRM-Überwachung | Prüft die Plattform täglich automatisch auf Sample Ratio Mismatches mittels Chi-Quadrat-Test? | 1: Keine SRM-Prüfung. 5: Automatische Warnungen und Berichtssperre bei SRM. | Interpretation von Konversionsraten bei massiv ungleichen Gruppengrößen ($p < 10^{-3}$). |
| 5. Leitplanken-Schutz | Werden technische und betriebliche Leitplanken (Ladezeiten, Fehler, Stornos) mitüberwacht? | 1: Nur Konversion zählt. 5: Umfassende Telemetrie mit automatischen Notstopps. | Freigabe einer Variante, die die Server-Ladezeiten um 300 ms verschlechtert hat. |
| 6. Mess-Integrität | Werden Tracking-Pixel und Ereignisse vor dem Start durch automatisierte Tests verifiziert? | 1: Ungeprüfte Tags. 5: Automatisierte Tests zur Bestätigung fehlerfreier Zählung. | Twymans Gesetz verletzt: Feiern von Zuwächsen, die auf Doppelzählungen beruhen. |
| 7. Varianzreduktion | Nutzt das System moderne Verfahren wie CUPED zur Bereinigung varianzreicher Metriken? | 1: Nur rohe Kennzahlen. 5: Automatisierte CUPED-Korrektur auf kontinuierlichen Daten. | Unfähigkeit, Umsatzmetriken wegen riesiger Stichprobenbedarfe zu testen. |
| 8. Mehrfach-Test-Korrektur | Werden Signifikanzniveaus bei mehreren Varianten oder Segmenten statistisch korrigiert? | 1: Unkorrigiertes P-Hacking. 5: Automatische Benjamini-Hochberg-Korrektur im Reporting. | Herausgreifen zufällig signifikanter Untergruppen nach Testende. |
| 9. Holdout-Gruppen | Werden dauerhafte Kontrollgruppen gepflegt, um das Fortbestehen von Effekten zu prüfen? | 1: Keine Holdout-Gruppen. 5: Feste Holdout-Gruppen zur Messung langfristiger Effekte. | Vollständiges Verpuffen gemessener Zuwächse nach 60 Tagen im Normalbetrieb. |
| 10. Realistische Erwartung | Ist der Führung bewusst, dass im Schnitt nur rund ein Drittel aller Ideen wirkliche Zuwächse bringt? | 1: Anspruch auf 90 % Siege. 5: Wertschätzung neutraler Tests als Schutz vor Fehlinvestitionen. | Teams berichten 80 % Erfolgsquoten, was auf Scheinoptimierungen hindeutet. |
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Referenz & Evidenz
Quelle: Tabelle aus diesem Essay. Quellen und Einordnung stehen im Beitrag.
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